Rubber

Filmdaten
Deutscher Titel Rubber
Originaltitel Rubber
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 82
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Quentin Dupieux
Drehbuch Quentin Dupieux
Produktion Julien Berlan
Gregory Bernard
Musik Gaspard Augé
Quentin Dupieux
Kamera Quentin Dupieux
Schnitt Quentin Dupieux
Besetzung
  • Stephen Spinella: Lieutenant Chad
  • Jack Plotnick: Buchhalter
  • Wings Hauser: Mann im Rollstuhl
  • Roxane Mesquida: Sheila
  • Ethan Cohn: Zuschauer Ethan
  • Charley Koontz: Zuschauer Charley
  • Daniel Quinn: Dad
  • Devin Brochu: Sohn

Handlung  und Kritik:

Der Film beginnt damit dass ein Auto eine staubige Piste entlang fährt und dabei am Rand aufgestellte Holzstühle überfährt. Als das Auto anhält steigt ein Sheriff aus dem Kofferraum und erklärt einer in der Wüste wartenden Zuschauermenge, dem “Publikum”, die Handlung des nun folgenden “Filmes” oder besser gesagt den Sinn des nun folgenden “Films”. Danach steigt er wieder in seinen Kofferraum und sein Deputy fährt ihn davon.

Dies ist der erste von vielen what the fuck Momenten in diesem Film.

An das “Publikum” werden Ferngläser verteilt, mit dem Hinweis dass der „Film“ gleich beginnen werden. Die Menge dreht sich um und starrt in die leere Wüste auf eine wilde Müllkippe. Der Zuschauer fragt sich erneut was das ganze eigentlich soll. Welchen Film soll sollen das “Publikum” hier zu sehen bekommen? 

Auf einmal fängt die Kamera einen Halb im Sand vergrabenen Autoreifen ein, der sich urplötzlich und wie von Geisterhand anfängt zu bewegen. Er richtet sich auf, macht erste, ja wie soll man sagen, rollversuche im Sand, begleitet von Flötenmusik.

Man sitzt hier vor dem Fernseher und fragt sich unweigerlich: Was zum Fick schaue ich mir da eigentlich gerade an? 

Aus reiner Boshaftigkeit heraus tötet unser Autoreifen plötzlich einen Skorpion . Als er versucht eine Flasche durch überfahren zu zerstören, was nicht klappt, beginnt unser kleiner schwarzer Freund zu zittern und bringt die leere Flasche und eine alte Dose per Telekinese zum explodieren.

Dieses Spektakel wird von unserem “Publikum” interessant beobachtet und kommentiert. Erneut muss sich der Zuschauer des Films fragen: Was schaue ich mir hier eigentlich an?

Am Abend ist unser Autoreifen (Achtung, es folgt ein überaus dämliches Wortspiel) ziemlich platt von den Anstrengungen des Tages und legt sich unter einem Baum schlafen.

Auch das “Publikum” hat derweil wohl ein Nickerchen gehalten und wird am frühen Morgen von einer Art “Regisseur”, oder was auch immer, relativ unsanft geweckt und ohne Frühstück sitzen gelassen. Unser Reifen rollt erst mal zu einem Wasserloch und trinkt einen Schluck. Danach wird per Telekinese ein Hase zum platzen gebracht. Das Frühstück ist serviert!

Anscheinend ebenfalls per Telekinese, wird ein Golf Cabrio einer jungen Frau auf dem Highway zum stehen gebracht. Unter Horror-Musik nähert sich der Reifen von hinten dem Auto des ahnungslosen Opfers. Im letzten Moment wird er jedoch durch einen unachtsamen Trucker über den Haufen gefahren und landet im Graben. Das Mädchen kann ihr Auto starten und fährt davon. Gerade nochmal gut gegangen! Vor lauter Wut über diesen missglückten Anschlag wird ein Rabe per Telekinese zum explodieren gebracht. Unser Reifen lässt sich durch so einen kleinen Unfall mit Fahrerflucht wohl aber nicht so leicht (Achtung, nächstes dämliches Wortspiel!) aus der Spur bringen. Er rollt weiter die Landstraße entlang bis er schließlich an einer Tankstelle ankommt an der unser Trucker der ihn gerade angefahren hat seinen Wagen betankt. Als dieser die Tankstelle verlassen will, gerät unser kleiner schwarzer Freund wieder in Wallung und lässt unserem Trucker Fahrer per Telekinese den Kopf explodieren.

Schließlich kommt der Reifen an ein altes schäbiges Motel, in dem er erneut auf unsere Golffahrerin trifft. Durch die halb geöffnete Zimmertür beobachtet er sie nackt unter der Dusche, genüsslich kommentiert von unserem zuschauenden “Publikum”. 

Als es Nacht wird, checkt unser Autoreifen in einem Motelzimmer nebenan ein und macht es sich auf dem Bett vor dem Fernsehgerät bequem. 

Ein Mann, den wir als sogenannten “Regisseur” dieses Schauspiel kennengelernt haben, ist ebenfalls in diesem Motel abgestiegen: Er tötet in der Nacht, nachdem er einen Anruf von seinem “Herren” dem er anscheinend hörig ist, bekommen hat, einen Truthahn in seinem Zimmer. Den gebratenen Truthahn nimmt er mit zu unserem “Publikum” und wirft ihn in den Sand‚ worauf diese, wie eine wilde Horde, ausgehungert über dieses Stück Fleisch herfallen. Unterdessen wundert sich ein Zimmermädchen in dem Montel über die Reifenspuren in einem Bett. Aus Sie unseren reifen unter der Dusche findet, glaubt Sie an einen Scherz von Jugendlichen und wirf Ihn vor die Tür. Dies scheint ihm nicht sehr gefallen zu haben, denn er kehrt zurück und schlachtet das Zimmermädchen brutal ab. Als wieder Ruhe in seinem Zimmer eingekehrt ist, setzt er sich erneut vor das Fernsehgerät und schaut sich eine Tierdokumentation an. Währenddessen verlässt unsere Golffahrerin ihr Zimmer. Sie nimmt ein Bad im Swimmingpool, was unseren Autoreifen dazu verleitet es ihr gleich zu tun. 

Unterdessen bekommt unser “Publikum”, welches den Truthahn gegessen hat, Magenkrämpfe und erkrankt. Einzig ein Rollstuhlfahrer, welcher nichts gegessen hat, wird nicht krank.

Als der Sohn des Motel Besitzes von einem Imbiss zurück kommt, bei dem er für seinen Vater eine Pizza holen sollte, ist die Polizei vor Ort. Sie ermittelt in der Sache des getöteten Zimmermädchens. Der Junge zeigt der Polizei den im Pool liegenden Autoreifen und behauptet dass er gesehen habe wie dieser lebendig geworden wäre.

Nachdem der Sheriff, der eigentlich den Mord des Zimmermädchens aufklären soll, am Pool eine Nachricht bekommt dass das “Publikum” tot sei, kann er die Ermittlungen einstellen. Er ruft sein Team zusammen und verkündet das Ende der Untersuchung. Die Polizisten und Sanitäter reagieren überaus konfus auf das was er da redet. Er beweist seinen Polizeikollegen und dem Rettungsdienst dass dies alles nur eine Show sei. Es zeigt sich, dass die Waffen die die Polizei dabei hat nicht echt sind. 

Anscheinend ist der Sheriff dann aber doch sehr darüber verwundert, dass das Zimmermädchen wirklich tot ist und auch sehr geschockt darüber dass einer vom “Publikum” überlebt hat. Die Verwirrung des Zuschauers vor dem Fernsehgerät ist nun vollends perfekt.

Der Sheriff setzt sein Schauspiel fort und verhört den Hotelbesitzer zu dem Mord an dem Zimmermädchen. Während des Verhörs lässt unser kleiner runder schwarzer Freund den Kopf des Motelbesitzers explodieren, woraufhin der Sheriff einen Zettel aus dem Hemd holt um seinen Text vorzulesen: „oh mein Gott, der Junge hatte recht: der Reifen ist der Mörder.

Es folgt eine Szene in der der Sheriff einen Reifen von seinem Auto demontiert und ihn als Beispiel für den verdächtigen Mörder seinen Kollegen vorstellt. Man mag es kaum glauben, aber einer der Polizisten fragt tatsächlich:„ ist der Reifen schwarz?„ Erneut fragt sich der geneigte Zuschauer: Was ist das hier und warum schaue ich es mir an?

Derweil versucht unser Regisseur unseren letzten Überlebenden des “Publikums” mit erneut vergiftetem Essen ins Jenseits zu befördern. Dies scheitert jedoch wieder daran dass dieser keinen Hunger hat. Anscheinend weiß der Regisseur aber selbst nicht, dass das Essen vergiftet ist, sonst hätte er es nicht selbst gegessen um schließlich an dem Gift zu sterben. Ist auch eh nur eine Marionette in einem viel größeren Spiel oder was ist hier eigentlich los? Rätsel über Rätsel für den Zuschauer…

Die Polizei verfolgt den Autoreifen mit einem Streifenwagen, was diesen anscheinend ziemlich wütend zu machen scheint. Erneut setzt er Telekinese ein um die Köpfe der beiden Polizisten zum platzen zu bringen. 

Drei Tage später hinterlässt unser Reifen eine Spur der Verwüstung überall in einer Stadt liegen Menschen mit explodierten Köpfen herum. Im Supermarkt, an der Tankstelle, auf dem Gehweg. Anscheinend hat eine Gruppe Jugendlicher, welche auf einem Schrottplatz einen Stapel mit Reifen verbrannt haben, diese Wut in ihm ausgelöst. Die Polizei ermittelt.  Sie findet unseren kleinen schwarzen freuen schließlich in einem Wohnhaus. Der Reifen hat die Besitzerin getötet und sich dort eingenistet. Vor dem Fernseher sitzend ein Autorennen anschauend hat er es sich bequem gemacht. Mit einem Trick, eine Schaufensterpuppe mit einer Bombe im Rücken, welche die Polizei vor der Tür des Hauses platziert, versucht man den Reifen in die Falle zu locken. Über einen Lautsprecher an der Puppe lockt unsere Golffahrerin den Reifen in die Nähe des Sprengsatzes. Der Plan misslingt jedoch. Unser letzter überlebender aus dem “Publikum” ist mit dieser Handlung dann aber anscheinend nicht ganz einverstanden. Er verlässt seinen Beobachtungsposten und kommt zum Van der Polizisten. Er beschwert sich über den Handlungsablauf und macht Vorschläge wie es besser funktionieren könnten. 

Als der Sheriff schließlich die Schnauze voll hat geht er selbst in das Haus und erschießt den Autoreifen. Dieser scheint sich davon jedoch nicht geschlagen zu geben sondern verwandelt sich in ein, oder besser gesagt, wird wiedergeboren als ein Dreirad. Das Dreirad tötet den letzten aus dem “Publikum” per Telekinese und macht sich schliesslich mit weiteren “Killer-Reifen” auf dem Highway auf gen nach Hollywood…

 Ja, was kann man abschließend zu diesem Film sagen? Der Film hat eine für amerikanische Produktionen etwas ungewöhnliches Synchronisation. Es hört sich eher an als die Synchronisation eines europäischen, zum Beispiel eines französischen Film ist (schrieb der Kritiker bevor er den Film zu Ende gesehen hat und dann entdeckte dass dies tatsächlich eine französische Produktion ist die in Amerika gedreht wurde. Fragt mich nicht wieso, aber Ich kann an der Synchro eines Filmes erkennen ob das eine US amerikanische oder eine europäische Produktion ist.) Anscheinend konnte hier nicht so viel Geld verwendet werden wie für eine große Hollywood Produktion. Das tut dem Film dennoch keinen Abbruch.

Sind wir ehrlich und sagen was es ist: Die Handlung des Filmes ist einfach nur dumm. Punkt. Dennoch kann man sagen, dass das ganze in die Kategorie so dämlich dass es schon wieder geil ist gehört. Auf die Idee zu kommen dass ein Autoreifen durch die Gegend rollt und Menschen per Telekinese tötet muss man auch erstmal kommen. Ich möchte garnicht wissen was das für Drogen waren die die Drehbuchschreiber hier konsumiert haben.  

Nein, ich muss sagen, dass mir der Film sehr gut gefallen hat. Sicherlich ist die Handlung an Dämlichkeit nicht zu überbieten, aber man hat sich hier etwas getraut und einen Plot umgesetzt wo man sich fragt wie man auf so etwas kommt. Der Film überrascht den Zuschauer mit etwas auf das er so nicht gekommen wäre und mit dem er nicht gerechnet hat.

Wenn man es nicht weiß, ahnt man, abgesehen von der Synchronisation, nicht, dass dies eine französische Produktion ist. 

Passend zu diesem total verrückten Film ist natürlich auch das Bonusmaterial auf der DVD. Hier wird zum Beispiel der Regisseur von einer Gummipuppe interviewt.

Nein, Ich muss sagen dass mir der Film sehr gut gefallen hat. Es ist einfach mal etwas anderes als das übliche 08/15 Kino das man so kennt. Eine willkommene Überraschung in der Filmsammlung!

Sehr empfehlenswert, wenn man auf schräge Filme steht!

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